Passen Namen von Natur oder durch Übereinkunft?
Die älteste Frage der Sprachphilosophie: Bildet ein wahrer Name das Ding ab, das er benennt, oder bindet er sich an es nur, weil wir übereinkamen, dass er es tut?
Hermogenes hält Namen für reine Übereinkunft, nach Belieben austauschbar; Kratylos, ein Heraklitiker, hält dafür, dass ein wahrer Name seinen Gegenstand von Natur abbildet. Sokrates spielt sie gegeneinander aus — spinnt erst eine halb ernste Kaskade von Etymologien, um zu zeigen, wie Namen Naturen verschlüsseln könnten, und durchsticht dann das ganze naturalistische Programm. Wären die Namen gebaut, eine Welt im Fluss zu erfassen, meint er, führten sie schlecht zu einer Wirklichkeit, die nicht fließt; besser, die Dinge unmittelbar zu studieren als durch ihre Wörter. Nichts wird geschlossen, und die Debatte, die er eröffnete, ist nie geschlossen worden.
- Sprache
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- Mimesis
Ins Gespräch kommen
- Kannst du einen Namen, der seinen Gegenstand von Natur abbildet, von einem unterscheiden, der nur bindet, weil wir übereinkamen?
- Hermogenes sagt, Namen seien reine Übereinkunft, nach Belieben austauschbar. Was ist falsch daran, die Dinge einfach nach Belieben umzubenennen?
- Wenn jemand ein Ding verstehen will, soll er seinen Namen studieren oder sich vom Wort dem Ding selbst zuwenden?
- Wären die Namen gebaut, eine Welt im Fluss zu erfassen, worauf müssen wir dann verzichten, ihnen zu vertrauen, dass sie es uns sagen?
- Du spinnst eine Kaskade von Etymologien aus, um zu zeigen, dass Namen Naturen verschlüsseln, und durchstichst dann die ganze Idee. Warst du je ernst?