Ob Reichtum ein Gut ist
Ist Geld wirklich des Nachjagens wert oder nur durch Übereinkunft gut? Die paradoxe Antwort: Die Reichsten, die immerfort mehr wollen, könnten die Elendsten von allen sein.
Sokrates arbeitet mit Eryxias, Kritias und dem jungen Erasistratos auf den Schluss hin, dass Reichtum nur einen durch Übereinkunft festgesetzten Wert habe und dass endlose Gier eine Art Elend sei — ein erkennbar sokratisches Ergebnis, erreicht mit wenig überzeugenden Mitteln. Wegen dieser Ausführung urteilt die Forschung, das Stück sei nicht Platons; es zählt zu den unechten Werken, seit der Antike bezweifelt und bisweilen anderen Händen zugeschrieben. Es ist gleichwohl vollständig im Corpus überliefert, eine der Nachahmungen, die ein berühmter Name um sich sammelt, und auf dem Regal am wenigsten wahrscheinlich wirklich von ihm.
- Reichtum
- Wert
- Tugend
- Ethik
- Verlangen
- Geld
- Nützlichkeit
- Weisheit
Ins Gespräch kommen
- Ein Mann schindet sich auf der Jagd nach mehr Geld, gewiss, es werde ihn endlich heil machen — was würdest du ihm zeigen, dass ihm fehlt?
- Du sagst, Reichtum sei nur durch Übereinkunft gut — doch Geld kauft Nahrung, Arznei und Sicherheit, wie ist sein Wert also nicht ganz und gar wirklich?
- Wenn die Reichsten, die stets mehr wollen, die Elendsten sind, was muss ein Mensch aufhören zu jagen, um dieser Falle zu entkommen?
- Worin unterscheidet sich Geld, das nützlich ist, um anderes zu bekommen, von Geld, das an sich wahrhaft gut ist?
- Jemand hat genug und fühlt sich dennoch arm neben reicheren Nachbarn — spricht dein Paradox der elenden Reichen zu dieser Ruhelosigkeit?