Die Suche nach der Selbstbeherrschung
Was ist die Besonnenheit, die eine ganze Stadt preist — Ruhe, Bescheidenheit oder ein seltsames Wissen, das sich selbst kennt? Jede Antwort entgleitet.
In einer Ringschule wendet sich das Gespräch der sōphrosynē zu, der Selbstbeherrschung, und dem schönen Charmides und seinem Vormund Kritias — zwei Männern, die helfen sollten, Athen die Dreißig Tyrannen aufzuzwingen, wie Platon beim Schreiben wusste. Die Bestimmungen steigen auf und fallen, enden im verwickelten Gedanken eines Wissens vom Wissen selbst, und keine übersteht. Zwei Männer, die nicht sagen konnten, was Selbstbeherrschung ist, sollten im Leben beweisen, dass sie keine hatten. Man liest ihn heute als Untersuchung der Besonnenheit und als Platons stille Abrechnung mit den Verwandten, die seine Stadt entehrten.
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Ins Gespräch kommen
- Jemand will seine eigenen Regungen meistern, kann aber nicht sagen, was Selbstbeherrschung überhaupt ist. Wo soll er beginnen?
- Jede Bestimmung der Besonnenheit im Dialog bricht zusammen. Heißt das, die Tugend sei leer, oder nur schwer zu benennen?
- Was trennt echte Selbstbeherrschung von der bloßen Ruhe oder Bescheidenheit, die so leicht für sie gilt?
- Wenn sich die Besonnenheit als ein Wissen erweist, das sich selbst kennt, welches gewöhnliche Bild der Selbstbeherrschung müssen wir dann aufgeben?
- Charmides und Kritias reden über Selbstbeherrschung und zeigen später keine davon. Hilft das Kennen der Bestimmung einem Menschen überhaupt, sie zu leben?