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Friedrich Nietzsche

Der Kritiker, der überlieferte Werte vor Gericht stellte

17 Werke · 6.728 Passagen verankert

Lebensdaten
1844–1900
Wikipedia

In eigenen Worten

Übersetzung von Zur Genealogie Der Moral (Originalsprache: Deutsch). Übersetzer: Samuel, Horace Barnett.

Weakness is turned to _merit_, there is no doubt about it--it is just as you say.

Zur Genealogie der Moral,First Essay, §14

Übersetzung von La Gaya Scienza (Originalsprache: Deutsch). Übersetzer: Cohn, Paul V.; Common, Thomas; Petre, Maude Dominica (Levy 1910).

The struggle for existence is only an _exception_, a temporary restriction of the will to live; the struggle, be it great or small, turns everywhere on predominance, on increase and expansion, on power, in conformity to the will to power, which is just the will to live.

Die fröhliche Wissenschaft,Aphorism 349

Übersetzung von Zur Genealogie Der Moral (Originalsprache: Deutsch). Übersetzer: Samuel, Horace Barnett.

Under what conditions did Man invent for himself those judgments of values, "Good" and "Evil"? _And what intrinsic value do they possess in themselves?_ Have they up to the present hindered or advanced human well-being? Are they a symptom of the distress, impoverishment, and degeneration of Human Life? Or, conversely, is it in them that is manifested the fulness, the strength, and the will of Life, its courage, its self-confidence, its future?

Zur Genealogie der Moral,Preface, §3

Der Geist

Im neunzehnten Jahrhundert las die historische Kritik die Bibel wie jeden anderen alten Text: Quellen, Schichten, Widersprüche, Verfasser. Die Naturwissenschaft nahm dem Menschen zugleich seinen Sonderplatz in der Schöpfung. Unter Gebildeten verlor der Glaube seine Selbstverständlichkeit — die christliche Moral aber blieb unangetastet stehen. Mitleid galt weiter als gut, Selbstlosigkeit als edel, Demut als Tugend, und niemand konnte mehr sagen, woher diese Geltung kam. Hier setzt Nietzsche an. Ihn beschäftigt nicht, ob Gott existiert, sondern was aus Werten wird, denen das Fundament weggebrochen ist und die trotzdem weitergelten.

Zu dieser Frage kam er nicht aus der Philosophie, sondern aus der Altphilologie, und er kam früh. 1869 berief ihn Basel mit vierundzwanzig Jahren zum außerordentlichen Professor für klassische Philologie, ohne Promotion, auf Empfehlung seines Leipziger Lehrers Friedrich Ritschl. Drei Jahre später zerstörte er die Laufbahn eigenhändig. Die Geburt der Tragödie zeigt die Griechen nicht als heitere Vorbilder, sondern als ein Volk, das den Schrecken des Daseins kannte und ihm mit der Kunst standhielt: das Apollinische als Form über einem dionysischen Abgrund. Nach Zunftmaßstab belegte das Buch nichts. Im Mai 1872 antwortete der junge Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff mit der Streitschrift Zukunftsphilologie! und forderte ihn auf, das Katheder zu räumen. Das Fach schwieg ihn tot, die Hörerzahlen brachen ein.

Den Rest tat die Krankheit. Migräneanfälle, Magenkrämpfe und eine Kurzsichtigkeit, die dem Lesen ein Ende setzte, zwangen ihn 1879 in die vorzeitige Pensionierung. Zehn Jahre lebte er danach aus dem Koffer: Sommer in Sils-Maria, Winter in Genua, Rapallo, Nizza, zuletzt Turin. Geschrieben wurde in den Pausen zwischen den Anfällen, in Notizheften, unterwegs. Dass ein derart beschädigter Körper eine Philosophie der Lebensbejahung hervorbrachte, erklärt ihre Dringlichkeit — widerlegt sie aber nicht.

Sein Verfahren nannte er Genealogie. Zur Genealogie der Moral fragt 1887 nicht, was gut ist, sondern wann und gegen wen dieses Wort seine heutige Bedeutung bekam, und die Antwort ist unbequem: Die Schwachen setzten aus der Ohnmacht heraus durch, dass Nachgeben Güte heißt und Zugreifen Sünde. Moral hat also eine Herkunft, und was eine Herkunft hat, ist gemacht und kann anders gemacht werden. Daraus folgt der Auftrag, den er Umwertung aller Werte nannte. Der Übermensch ist die Figur dazu — keine Rasse, keine Herrenmenschen, sondern ein Mensch, der seine Maßstäbe nicht mehr geliehen bekommt, sondern selbst setzt. Wille zur Macht heißt der Trieb, der alles Lebendige über sich hinaustreibt.

Gekauft wurde das nicht. Den vierten Teil des Zarathustra ließ er 1885 als Privatdruck in vierzig Exemplaren herstellen und verschenkte sieben davon; Jenseits von Gut und Böse erschien 1886 auf eigene Kosten. Die ersten Vorlesungen über ihn hielt 1888 der Däne Georg Brandes in Kopenhagen und nannte sein Denken einen aristokratischen Radikalismus.

Am 3. Januar 1889 brach er in Turin zusammen; die letzten elf Jahre bis zu seinem Tod 1900 verbrachte er in Pflege, ohne Werk. Seine Schwester Elisabeth Förster-Nietzsche baute unterdessen das Nietzsche-Archiv auf und stellte 1906 aus dem Nachlass ein Buch zusammen: Der Wille zur Macht, 1067 Aphorismen in vier Büchern, ausgegeben als sein Hauptwerk. Den Plan dazu hatte Nietzsche im August 1888 selbst verworfen. Erst die kritische Gesamtausgabe von Giorgio Colli und Mazzino Montinari räumte die Kompilation ab und machte sichtbar, was in den Heften wirklich steht. Beantwortet ist seine Frage damit nicht. Sie ist wieder lesbar.

Schlüsselbegriffe

Was meint Nietzsche mit dem Tod Gottes?

Nietzsche meint, dass die europäische Kultur die höchste Autorität verloren hat, die ihre Werte verständlich machte. In Die fröhliche Wissenschaft (1882) bezeichnet die Formel ein kulturelles Ereignis, nicht die Behauptung, eine Gottheit habe einst existiert und sei dann gestorben. Die christliche Moral kann fortbestehen, nachdem ihr Fundament geschwächt ist. Die Gefahr ist der Nihilismus: Überlieferte Zwecke bleiben bestehen, doch ihr Geltungsgrund nicht mehr.

Die fröhliche Wissenschaft (1882)

Was ist der Wille zur Macht?

Der Wille zur Macht bezeichnet den Antrieb, durch den Lebewesen Widerstände deuten, ordnen, erweitern und überwinden; er meint nicht einfach den Wunsch, andere zu beherrschen. In Jenseits von Gut und Böse (1886) setzt Nietzsche ihn gegen Vorstellungen menschlichen Handelns ein, die von losgelöster Vernunft oder selbstloser Moral ausgehen. Seine Formen können geistige Schöpfung, Disziplin und das Ringen darum umfassen, einem Leben Stil zu geben.

Jenseits von Gut und Böse (1886)

Was ist die ewige Wiederkunft?

Die ewige Wiederkunft ist der Gedanke, dass dasselbe Leben endlos wiederkehren würde und sich jedes Ereignis in derselben Reihenfolge wiederholte. In Die fröhliche Wissenschaft (1882) und Also sprach Zarathustra (1883) stellt Nietzsche sie als Prüfung des Verhältnisses eines Menschen zur Existenz dar, nicht als tröstliche Verheißung eines Jenseits. Sie fragt, ob sich das Leben bejahen ließe, ohne seine Verluste abzuziehen.

Die fröhliche Wissenschaft (1882); Also sprach Zarathustra (1883)

Wer ist der Übermensch?

Der Übermensch ist Nietzsches Gestalt für einen Menschen, der neue Werte schafft und verkörpert, nachdem die überlieferten Gewissheiten versagt haben. Also sprach Zarathustra (1883) stellt diese Gestalt dem letzten Menschen gegenüber, dessen Behaglichkeit und Konformität von einem geschwundenen Ehrgeiz zeugen. Der Übermensch bezeichnet eine Aufgabe, keinen biologischen Typus und keinen politischen Herrscher: Die Selbstüberwindung muss Werte hervorbringen, die ein Leben zu gestalten vermögen.

Also sprach Zarathustra (1883)

Was meint Nietzsche mit Nihilismus?

Nihilismus bezeichnet den Zustand, in dem die höchsten Werte ihre Kraft verlieren, Glauben zu fordern oder Handlungen zu ordnen. In Zur Genealogie der Moral (1887) führt Nietzsche ihn auf das asketische Ideal zurück, dessen christliche und metaphysische Garantien nicht mehr überzeugen. Das Buch Der Wille zur Macht stammt nicht von ihm: Seine Schwester stellte es 1906 aus dem Nachlass zusammen. Das Problem ist nicht, dass das Leben schmerzt, sondern dass überlieferte Zwecke aufhören zu binden.

Zur Genealogie der Moral (1887)

Themen eines Geistes

Begriffe, die im hier vorliegenden Korpus gemeinsam wiederkehren, zu Themen gebündelt und danach geordnet, wie viel des Gesamtwerks jedes einnimmt.

Lebensbejahung im Leiden

Von der Geburt der Tragödie (1872) bis zur Fröhlichen Wissenschaft (1882) fragt Nietzsche, ob Leiden das Dasein verurteilen muss oder Teil seiner Bejahung werden kann. Die Antwort prüft den Nihilismus dort, wo Trost am nötigsten scheint.

Die Griechen hielten dem Schrecken des Daseins mit der Kunst stand, statt ihn wegzuerklären: apollinische Form über einem dionysischen Abgrund. Nietzsche macht daraus einen Maßstab gegen jede Lehre, die das Leiden erst rechtfertigen muss, um das Leben gelten zu lassen — gegen Schopenhauers Verneinung ebenso wie gegen das christliche Jenseits. Die ewige Wiederkunft setzt die Probe aufs Exempel: Wer dasselbe Leben endlos noch einmal wollte, zieht ihm seine Verluste nicht ab. Bejahung heißt hier nicht Trost und nicht Ergebung, sondern die Bereitschaft, ein Dasein zu wollen, das nichts verspricht.

  • Ästhetik
  • Kreativität
  • Leiden
  • Nihilismus
  • Menschennatur
  • Existenzialismus
  • Kultur
  • Modernität

Moral, Ressentiment und Macht

Zur Genealogie der Moral (1887) fragt, wem es nützt, wenn Gehorsam als Güte und Stärke als Schuld gilt. Nietzsche macht daraus eine Frage nach Ressentiment, sozialer Disziplinierung und den Menschentypen, denen eine Kultur das Gedeihen erlaubt.

Nicht was gut ist, fragt die Genealogie, sondern wann und gegen wen dieses Wort seine heutige Bedeutung bekam. Die Antwort ist unbequem: Aus der Ohnmacht heraus setzten die Schwachen durch, dass Nachgeben Güte heißt und Zugreifen Sünde — ein Sieg, den das asketische Ideal verwaltet, indem es das Leiden mit Schuld beantwortet. Wer so liest, entwertet die Moral nicht, sondern datiert sie. Was eine Herkunft hat, ist gemacht und kann anders gemacht werden; daraus folgt der Auftrag, den Nietzsche Umwertung aller Werte nannte.

  • Moralität
  • Ethik
  • Groll
  • Sozialpsychologie
  • Konformität
  • Psychologie
  • Religion

Perspektive und Wahrheit

Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne (1873) fragt, was von der Wahrheit bleibt, wenn menschliche Begriffe und Sprache ihre Arbeit getan haben. Nietzsches Antwort setzt die geistige Redlichkeit aufs Spiel: Interpretation lässt sich nicht abstreifen, wohl aber strenger oder lässiger betreiben.

Begriffe entstehen, indem Ungleiches gleichgesetzt und der Rest vergessen wird; was dann Wahrheit heißt, ist ein Heer von Metaphern, dem man seine Herkunft nicht mehr ansieht. Nietzsche zieht daraus nicht den Schluss, alles sei gleichermaßen wahr. Er richtet sich gegen den Anspruch, irgendeine Darstellung stehe außerhalb eines Standpunkts — die wissenschaftliche eingeschlossen — und verlangt stattdessen, den eigenen Standpunkt zu kennen und mehrere gelten zu lassen. Perspektivismus ist bei ihm eine Zumutung an die Redlichkeit, keine Erlaubnis zur Beliebigkeit.

  • Subjektivität
  • Wahrheit
  • Wahrnehmung
  • Erkenntnistheorie
  • Perspektive
  • Metaphysik
  • Selbsttäuschung

Selbstgestaltung und Autonomie

Menschliches, Allzumenschliches (1878) fragt, wie ein Mensch unabhängig werden kann, ohne bloß eine überlieferte Identität gegen die nächste zu tauschen. Nietzsche nimmt Handlungsfähigkeit, Bildung und Selbstbeherrschung in die Pflicht: Freiheit wird in der Übung gemacht, nicht als moralischer Titel verliehen.

Der freie Geist ist bei Nietzsche kein Startzustand, sondern das Ergebnis einer Ablösung: erst der Bruch mit dem, was man für selbstverständlich hielt, dann die lange Arbeit, dem eigenen Leben einen Stil zu geben. Der Übermensch ist die Figur dazu — keine Rasse, keine Herrenmenschen, sondern ein Mensch, der seine Maßstäbe nicht mehr geliehen bekommt, sondern selbst setzt. Damit richtet sich Nietzsche gegen Autonomie als Besitz: Wer sich bloß gegen die Herkunft auflehnt, hat sie noch immer zum Maß. Verlangt ist Selbstüberwindung, die auch das ändert, woran ein Mensch Gelingen misst.

  • Authentizität
  • Autonomie
  • Handlungsmacht
  • Individualismus
  • Identität
  • Persönliche Entwicklung
  • Selbstmeisterung

In Zahlen

Werke im Bestand
17
erfasste Passagen
6.728
erfasste Konzepte
2.563
thematische Cluster
4

Konzepte, die zusammen auftreten

Jeder Bogen am Rad ist ein Konzept. Ein Band verbindet zwei, die immer wieder in derselben Passage auftauchen; seine Breite zeigt, wie viele Passagen sie teilen. Am stärksten: Moralität mit Psychologie.
Konzept-Kookkurrenz, stärkste zuerst 8 Konzepte, verbunden durch 16 Paarungen. 1.009 gemeinsame Passagen insgesamt. 84 schwächere Paarungen reichen über diese Konzepte hinaus und werden nicht gezeichnet.
KonzeptVerbundenes KonzeptGemeinsame Passagen
MoralitätPsychologie169
KreativitätÄsthetik157
MenschennaturPsychologie99
GrollMoralität92
GrollPsychologie90
MenschennaturMoralität88
AuthentizitätExistenzialismus43
AuthentizitätÄsthetik42
AuthentizitätKreativität35
PsychologieÄsthetik35
MenschennaturÄsthetik32
ExistenzialismusÄsthetik31
AuthentizitätMoralität29
MoralitätÄsthetik23
ExistenzialismusMenschennatur22
ExistenzialismusMoralität22

Der Bogen eines Werks

Das Gewicht einer Zelle ist der Anteil des Konzepts an den Passagen des Werks; eine Spalte lässt sich daher ebenso von oben nach unten lesen wie eine Zeile von links nach rechts. Am dichtesten: Ästhetik in Die Geburt der Tragödie, 55 %.

Dichte 0 % 55 %

Konzeptdichte je Werk, chronologisch 17 Werke, in der Reihenfolge ihrer Entstehung. 8 Konzeptspalten, nach Gesamtgewicht geordnet. 96 weitere Konzepte liegen außerhalb der gezeigten Spalten.
WerkJahrÄsthetikPsychologieMoralitätAuthentizitätKreativitätSubjektivitätMenschennaturExistenzialismus
Aufsätze und Vorreden aus dem Nachlaß8,4 %0,9 %1,3 %0,5 %1,1 %2,4 %0,6 %0,3 %
Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne7,9 %5,3 %5,3 %0 %10,5 %7,9 %2,6 %0 %
Morgenröte7,5 %19,8 %14,7 %2,9 %1 %4,1 %2 %3,1 %
Die fröhliche Wissenschaft8,6 %15,7 %9,5 %12 %7,3 %10,3 %8,8 %10,1 %
Also sprach Zarathustra: Ein Buch für Alle und Keinen0,8 %3,3 %7,3 %22,3 %6,1 %3,4 %7 %24,1 %
Götzendämmerung9,8 %16,3 %17,6 %11,1 %4,6 %7,2 %7,8 %9,2 %
Der Antichrist1,4 %9,3 %11,2 %0,9 %0,5 %0 %0,5 %0,9 %
Der Fall Wagner52,1 %4,3 %4,3 %26,6 %8,5 %3,2 %1,1 %0 %
Der Wille zur Macht6,1 %15,8 %18,5 %3 %5,1 %7,7 %9,4 %8,5 %
Ecce Homo: Wie Man Wird Was Man Ist5,8 %8,7 %15,9 %14,5 %11,6 %13 %2,9 %2,9 %
Homer und die klassische Philologie33,3 %0 %0 %0 %31,4 %11,8 %2 %0 %
Jenseits von Gut und Böse4,7 %20,9 %17,8 %12,8 %2,4 %9,4 %12,8 %4 %
Menschliches, Allzumenschliches: Ein Buch für freie Geister6,5 %22,4 %5,6 %6,2 %4,5 %4,8 %11,4 %4 %
Nietzsche Kontra Wagner38,5 %15,4 %5,1 %35,9 %15,4 %0 %2,6 %2,6 %
Die Geburt der Tragödie55 %2,5 %2,2 %6,2 %16,3 %9,4 %7,9 %12,6 %
Zur Genealogie der Moral3,7 %25 %29,8 %5,3 %3,3 %2,8 %12,9 %4,1 %
Wir Philologen2,4 %3,2 %2,4 %0 %5,6 %0 %2,4 %1,6 %

Werke im Bestand

Titel in deiner Sprache, darunter das Original in Klammern. Die seitlichen Marken zeigen, welche Volltexte vorliegen.

Früh — klassische Philologie und Tragödie

  1. 1873 Aufsätze und Vorreden aus dem Nachlaß

    Kein Buch, das er schrieb, sondern ein Band, den seine Herausgeber aus seinen frühen Papieren sammelten — Vorreden zu Büchern, die er nie tatsächlich schrieb.

    DE
  2. 1873 Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne

    Ein Aufsatz, den er 1873 im Manuskript liegen ließ; sein Bild der Wahrheit als vergessener Metapher tat seine eigentliche Wirkung ein Jahrhundert später.

    DE

Mitte — freier Geist und Kultur

  1. 1881 Morgenröte

    Das Buch, das Nietzsche später als Beginn seines Feldzugs gegen die Moral bezeichnete — das am wenigsten gelesene der reifen Werke und der Keim der Genealogie.

    DE
  2. 1882 Die fröhliche Wissenschaft (La Gaya Scienza)

    Aphorismus 125 gibt uns den tollen Menschen und „Gott ist tot“; Aphorismus 341 die ewige Wiederkunft — das persönlichste der reifen Bücher.

    DEEN

Spät — Zarathustra und Umwertung

  1. 1883 Also sprach Zarathustra: Ein Buch für Alle und Keinen

    Sein einziges Werk der Dichtung und sein berühmtestes, zwischen 1883 und 1885 geschrieben; den vierten Teil hielt er der Öffentlichkeit gänzlich vor.

    DEEN
  2. 1889 Götzendämmerung

    Ein kurzer, schonungsloser Abriss seiner ganzen Philosophie, 1888 in einer Woche geschrieben, als sein letztes klares Jahr zur Neige ging.

    DE
  1. Der Antichrist

    Gedacht als das erste Buch der „Umwertung aller Werte“, die er nicht mehr vollenden sollte — sein schärfstes Wort über das Christentum, bis 1895 zurückgehalten.

    DE
  2. Der Fall Wagner

    Seine Abrechnung mit dem Komponisten, den er vergöttert hatte, im selben Schaffensrausch von 1888 geschrieben wie die Götzendämmerung.

    DE
  3. Der Wille zur Macht (Der Wille Zur Macht)

    Das berüchtigtste Buch unter seinem Namen und eines, das er nie zusammenstellte: Seine Schwester und Peter Gast machten es nach seinem Zusammenbruch aus den Notizheften.

    DE
  4. Die Geburt der Tragödie (Die Geburt Der Tragödie)

    Sein Erstling, und das Buch, das ihn sein Ansehen bei den Altertumswissenschaftlern kostete; die weitschweifige Prophetie darin sollte er das folgende Jahrzehnt hindurch abstreifen.

    DEEN
  5. Ecce Homo: Wie Man Wird Was Man Ist

    Sein letztes Buch, ein Selbstbildnis, Wochen vor dem Zusammenbruch geschrieben und von seiner Schwester bis 1908 vom Druck ferngehalten.

    DE
  6. Homer und die klassische Philologie (Homer Und Die Klassische Philologie)

    Seine Antrittsvorlesung in Basel, mit vierundzwanzig gehalten — das öffentliche Debüt des Philologen, und bereits das Argument, das die Kunst über die Wissenschaft heben sollte.

    DE
  7. Jenseits von Gut und Böse (Jenseits Von Gut Und Böse)

    Das Vorspiel von 1886 zu seinem späten Angriff auf die Moral, das offen ausargumentiert, was Zarathustra im Gleichnis vorgetragen hatte.

    DE
  8. Menschliches, Allzumenschliches: Ein Buch für freie Geister (Menschliches Allzumenschliches Ein Buch Fuer Freie Geister)

    Die Wende von der Wagnerschen Metaphysik zum kühlen Aphoristiker — das Buch, in dem der „freie Geist“ zum ersten Mal mit eigener Stimme spricht.

    DE
  9. Nietzsche Kontra Wagner

    Eine Montage aus Passagen seiner eigenen früheren Bücher, ganz am Ende zusammengefügt, um zu zeigen, dass er Wagner von jeher richtig beurteilt hatte.

    DE
  10. Wir Philologen

    Die Abkehr des Gelehrten von seinem eigenen Fach: Notizen zu einer „unzeitgemäßen Betrachtung“ über die Philologie, die er um 1875 abbrach.

    DE
  11. Zur Genealogie der Moral (Zur Genealogie Der Moral)

    Drei Abhandlungen, 1887 rasch als „Ergänzung“ zu Jenseits von Gut und Böse geschrieben — sein geschlossenstes Argument und sein meiststudiertes Buch.

    DEEN
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— oder zieh weiter zu einem anderen Geist

Zwei Geister gegeneinander antreten lassen

Jede dieser Fragen beantworten die beiden verschieden. Wähle eine, und sie tragen sie aus, beide gestützt auf die hier vorliegenden Texte.