Kodifiziere das Recht, und geh den ganzen Weg
Soll Englands verworrenes Bodenrecht geflickt oder neu gebaut werden? Bentham stützt Humphreys' Ruf, es durch ein geschriebenes Gesetzbuch zu ersetzen, tadelt ihn dann aber, vor einem gründlichen haltgemacht zu haben.
James Humphreys hatte getan, was fast kein englischer Jurist wagte, und gefordert, das chaotische Liegenschaftsrecht zu verwerfen und als Gesetzbuch neu zu schreiben. Bentham, der seit einem halben Jahrhundert die Kodifikation forderte, grüßt Humphreys dafür, begriffen zu haben, dass das Bodenrecht neu gebaut und nicht geflickt werden muss, tadelt ihn dann aber, nicht weit genug gegangen zu sein, zu viel alte Gelehrsamkeit und Terminologie stehen gelassen und vor den utilitaristischen Prinzipien haltgemacht zu haben, die ein echtes Gesetzbuch verlangt. Es zeigt Bentham nahe dem Ende seines Lebens: Der Kodifikationsgedanke, für den er fast allein gestritten hatte, beginnt respektable Bekehrte zu gewinnen.
- Klassifikation
- juristische Redaktion
- Eigentumsrecht
- Reform des Rechts
- Klarheit
- Erbschaft
Ins Gespräch kommen
- Jemand, der sich durch das Dickicht des englischen Bodenrechts kämpft, fragt sich, ob es sich wirklich von Grund auf neu bauen lässt; was zeigt ihm Humphreys' Versuch?
- Du lobst Humphreys, tadelst ihn dann, alte Begriffe zu bewahren; ist nicht gerade etwas Kontinuität mit vertrauter Sprache das, was ein neues Gesetzbuch brauchbar macht?
- Wie unterscheidet sich echtes Kodifizieren des Rechts davon, das bestehende Wirrwarr bloß in ordentlicherer Reihung niederzuschreiben?
- Um das gründliche Gesetzbuch zu bauen, das du forderst, welche angehäufte Gelehrsamkeit und Berufsgewohnheit muss das Recht wegzuwerfen bereit sein?
- Jemand zweifelt, ein einziges geschriebenes Gesetzbuch könne je etwas so Verwickeltes wie das Bodenrecht fassen; wie würdest du diesen Zweifel beruhigen?