Lust und Schmerz, die einzigen Herren
Was steuert wirklich das menschliche Handeln, und was allein kann gut und schlecht messen? Bentham antwortet mit zwei souveränen Herren, Lust und Schmerz, und weist jeden weiteren Maßstab zurück.
Die Natur hat den Menschen unter zwei souveräne Herren gestellt, Schmerz und Lust; aus dieser Eröffnung baut Bentham die gesamte Mechanik. Gut und schlecht lassen sich auf sie und auf nichts sonst zurückführen, sodass ein Gesetzgeber jede Handlung nach der Lust und dem Schmerz wägen kann, die sie bringt, gemessen an Stärke, Dauer, Gewissheit und Nähe. Eine berühmte Fußnote fragt, ob die Fähigkeit zu leiden — nicht zu denken oder zu sprechen — einem Geschöpf moralischen Rang verleiht, ein Satz, den die Bewegung gegen die Grausamkeit an Tieren später für sich beanspruchte. Gefühl und Intuition werden als verkleidete Vorliebe abgetan.
- Nutzen
- Empfindungsvermögen
- Psychologie
- Ethik
- Strafe
Ins Gespräch kommen
- Wenn jemand Pflicht nicht mehr von bloßer Vorliebe unterscheiden kann, wie geben ihm deine zwei Herren ein Mittel zu entscheiden?
- Ebnet es nicht den Unterschied zwischen einem edlen und einem bloß behaglichen Leben ein, das Gute an Lust und Schmerz zu messen?
- Wie soll man ein echtes moralisches Urteil von einem Gefühl trennen, das man bloß zum Prinzip aufgeputzt hat?
- Um Lust und Schmerz als einzige Maßstäbe anzunehmen, welche tröstlichen Vorstellungen vom Gewissen muss man ablegen?
- Du fragst, ob die Fähigkeit zu leiden, nicht zu denken, moralischen Rang verleiht; was verlangt das davon, wie man ein Tier behandelt?