Eigentum ist eine gefestigte Erwartung
Was schützt ein Mensch wirklich, wenn er etwas als das Seine beansprucht? Nach Benthams Auffassung nichts als eine Erwartung, die Zuversicht, dass er, was er heute hält, auch morgen hält.
Eigentum, argumentiert Bentham, ist kein physischer Griff auf ein Ding, sondern eine gefestigte Erwartung, die Zuversicht, dass, was man heute hält, man morgen noch halten wird. Das ganze Geschäft des Zivilrechts ist, diese Zuversicht zu schützen, denn eine Gesellschaft, die Erwartungen nach Belieben enttäuschen lässt, hat den Beweggrund zerstört, zu arbeiten, zu sparen und zu bauen. Nimm die Gewähr fort, und du nimmst den Grund fort, aus dem irgendwer eine Ernte pflanzt, die einzubringen er nicht mehr da sein wird. Das Recht findet Eigentum nicht in der Natur; es schafft es, indem es die Erwartung verbürgt, und steht und fällt damit, wie gut es diese Gewähr hält.
- Nutzen
- Gesetzgebung
- Eigeninteresse
- Gerechtigkeit
- Politische Ökonomie
- Eigentumsverhältnis
Ins Gespräch kommen
- Jemand verliert etwas, mit dessen Behalten er gerechnet hatte, und fühlt sich über den bloßen Verlust hinaus verletzt; was benennt dein Begriff der Erwartung in diesem Schmerz?
- Wenn Eigentum nur eine Erwartung ist, die das Recht zufällig schützt, macht das den Besitz nicht zu einer bloßen Bequemlichkeit, die der Staat nach Belieben entziehen kann?
- Wie unterscheidet sich eine Erwartung, die zu hüten das Recht gebunden ist, von einem Wunsch oder einer Hoffnung, der es niemandem etwas schuldet?
- Um die gefestigte Erwartung zum Herzen des Eigentums zu machen, welchen älteren Anspruch — dass ein Ding schlicht und natürlich mein sei — muss ein Mensch loslassen?
- Ein Pächter zögert, Land zu verbessern, das er nächstes Jahr verlieren kann; wie erklärt deine Theorie, was die fehlende Sicherheit alle kostet?