Eine Systematik der bösen Absicht
Sind die stehenden Argumente gegen Reform überhaupt Gründe oder bloß Züge? Bentham sortiert sie in benannte Typen und legt die wiederkehrenden Tricks bloß, die einen Fall ersetzen.
Jede Reform, die Bentham wollte, traf auf dieselbe Handvoll Argumente, also katalogisierte er sie als die Tricks, die sie sind. Er teilt sie in Trugschlüsse der Autorität — verneige dich vor Vorfahren und großen Namen; der Gefahr — schlage Alarm vor der Anarchie; der Verzögerung — die Ausrede, der Augenblick sei nie reif; und der Verwirrung — begrabe die Frage in Worten. Einen Zug zu benennen ist die halbe Miete, ihn zu schlagen: Sobald du das Argument benennen kannst, siehst du, dass es nichts beantwortet. Das Buch liest sich heute als frühe Anatomie der politischen bösen Absicht, und seine Kategorien beschreiben noch, wie eine Debatte mit Absicht verloren wird.
- Logik
- Klassifikation
- Taxonomie
- Rhetorik
- Methodologie
- Erkenntnistheorie
Ins Gespräch kommen
- Jemand verliert immer wieder Streitgespräche an Gegner, die vernünftig klingen, aber sich nie recht einlassen; wie hilft ihm dein Katalog zu sehen, was geschieht?
- Ist ein Argument einen Trugschluss zu nennen nicht bloß eine Weise, ihm auszuweichen und einen wirklichen Einwand durch einen Namen abzutun?
- Wie unterscheidest du eine echte Warnung vor Gefahr vom Trugschluss der Gefahr, wenn beide darauf weisen, was eine Reform kosten könnte?
- Um diese Tricks benennen zu lernen, welches behagliche Vertrauen in ehrbar klingende Argumente muss ein Mensch aufzugeben bereit sein?
- Einem Menschen wird gesagt, eine Änderung sei zu gefährlich und die Zeit noch nicht reif; welcher deiner Trugschlüsse wurde ihm eben gespielt?