Warum ein Reich loslassen sollte
Überseeische Besitzungen sind selbst für die Macht, die sie hält, ein schlechtes Geschäft, und eine Republik der Menschenrechte hat keinen Anspruch, ferne Völker zu beherrschen, die nie einwilligten; sie zu behalten verrät zugleich den Geldbeutel und den Grundsatz.
Benthams Argument schneidet nach zwei Seiten zugleich. Auf dem Konto kosten Kolonien mehr an Verteidigung, als sie zurückgeben, ziehen das Mutterland in Kriege, die es sonst mied, und verderben seine eigene Politik mit Beute und Günstlingswirtschaft. Im Grundsatz, und das ist der Punkt, der geradewegs auf seine revolutionären Leser zielt, hat ein Staat, gegründet auf die Menschenrechte, nichts damit zu schaffen, Völker zu beherrschen, die nie darein einwilligten. Für Frankreichs Konvent 1793 geschrieben, zurückgehalten, während Britannien und Frankreich im Krieg lagen, und bis 1830 ungedruckt, fand das Argument in einem Zeitalter sich ausdehnender Reiche wenige Abnehmer. Heute liest es sich als eines der ersten ausgearbeiteten Plädoyers für die Entkolonialisierung.
- Monopol
- Zwang
- Kolonialismus
- Selbstbestimmung
- Besteuerung
- Gerechtigkeit
Ins Gespräch kommen
- Einem Bürger, der stolz auf das Reich seines Landes ist, wird gesagt, es mache ihn ärmer, nicht reicher; wie würdest du ihm das darlegen?
- Ist die Behauptung, Kolonien zahlten sich nie aus, nicht schlicht falsch, wenn so viele Vermögen offensichtlich auf ihnen gebaut wurden?
- Wie würdest du eine Kolonie, die eine Nation um des Gewinns willen hält, von einer unterscheiden, von der sie sich einredet, sie halte sie zum Wohl der Beherrschten?
- Was muss eine stolze imperiale Nation über ihre eigene Größe zu glauben aufgeben, ehe sie eine Kolonie ziehen lassen kann?
- Beherrscht eine Republik, gegründet auf die Menschenrechte, Völker, die nie einwilligten, hat sie dann nicht schon den Grundsatz verraten, auf dem sie erbaut wurde?
- Wenn jemand unmittelbar von einem kolonialen Handel profitiert, warum sollte er wollen, dass sein eigenes Land ihn aufgibt?