Logik auf Gebrauch gebogen
Logik ist nicht die Lehre vom Syllogismus, sondern die Kunst, den Geist in allem, was er unternimmt, zu lenken; und auf die Wahrheit hin zu denken ist ein anderes Geschäft als auf das Handeln hin.
Den größten Teil ihrer Geschichte hieß Logik gültiger Schluss, der Syllogismus und seine Regeln. Bentham legt das fast sogleich beiseite und bestimmt das Fach weit umfassender: als die Kunst, den Geist auf ein Ziel zu lenken, die Disziplin des guten Denkens statt der bloßen Mechanik der Deduktion. Er trennt eine Logik des Verstandes, die auf die Wahrheit zielt, von einer Logik des Willens, die auf ein Handeln zu einem Zweck zielt. Wie alles, was er schrieb, ist es Logik auf Gebrauch gebogen, ein Werkzeug, Denken so zu ordnen, dass der Irrtum weniger Verstecke hat, eine Kunst des praktischen Denkens statt einer Wissenschaft des Beweises.
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Ins Gespräch kommen
- Für jemanden, dem Logik als Satz gültiger Formen beigebracht wurde: Was gewinnt man, sie stattdessen als Kunst des Denkens auf ein Ziel zu behandeln?
- Dehnt es den Begriff nicht so weit, Logik die Kunst der Geistesführung zu nennen, dass sie aufhört, Logik zu sein, und bloß gutes Denken wird?
- Wie unterscheidest du die Logik des Verstandes, auf Wahrheit gerichtet, von der Logik des Willens, gerichtet darauf, etwas zu erreichen?
- Was gibt ein Denker auf, wenn er sich weigert, den Syllogismus als Kern der Logik zu behandeln?
- Wenn deine Logik für die formale Wissenschaft eine Sackgasse war, warum sollte ein Leser heute deinen Begriff von ihr überhaupt aufgreifen?