Wie ein Gesetz geschrieben sein sollte
Die meiste Rechtsphilosophie fragt, was die Gesetze sagen sollen; diese fragt, wie sie geschrieben sein sollen, und behandelt schlechten Entwurf als diagnostizierbare Krankheit mit benannten Fehlern und benannten Heilmitteln.
Nomography, Benthams eigene Prägung für die Kunst des Gesetzentwurfs, nimmt das juristische Schreiben als Handwerk mit eigener Pathologie. Er verzeichnet die Weisen, in denen ein Gesetz als Stück Prosa misslingt: Zweideutigkeit, Dunkelheit, Übermaß, Verworrenheit, Redundanz, all die Ausdrucksfehler, die ein Gesetz weniger, mehr oder anderes bedeuten lassen als beabsichtigt. Jedem Fehler setzt er ein Heilmittel entgegen. Die treibende Überzeugung ist, dass die Form eines Gesetzes eine sittliche Sache ist und keine Nebensächlichkeit, denn ein schlecht geschriebenes Gesetz überlässt das Entscheiden Anwälten und Richtern. Ein Anhang legt die logischen Werkzeuge dar, deren er sich in all seiner Arbeit bediente.
- Rechtstheorie
- Reform des Rechts
- Rechtswissenschaft
- Logik
- Transparenz
Ins Gespräch kommen
- Wenn ein Mensch an einem Vertrag scheitert, den er nicht entziffern kann, ist die Dunkelheit bloße Nachlässigkeit oder etwas Schlimmeres?
- Ist es nicht ein Übergriff, schlechten Entwurf ein sittliches Versagen zu nennen, wo ein plumper Satz doch bloß ein plumper Satz ist?
- Wie unterscheidest du eine Zweideutigkeit, die ein sorgfältiger Verfasser hätte tilgen können, von einer, die der Gegenstand selbst unvermeidlich macht?
- Welche Bequemlichkeit, welche Gewohnheit des alten Rechtsstils muss ein Verfasser aufgeben, um ein Gesetz zu schreiben, das nicht missverstanden werden kann?
- Wenn jeder Fehler sein benanntes Heilmittel hat, warum blieb das juristische Schreiben so viele Jahrhunderte dunkel, nachdem du es diagnostiziert hast?