Rechte werden gemacht, nicht gefunden
Kann es Rechte geben, ehe ein Gesetz sie schafft? Bentham sagt nein: Ein Recht ist das Kind eines Gesetzes, und von Rechten vor der Regierung zu sprechen heißt, von nichts zu sprechen.
Ein Recht, so argumentiert Bentham, ist das Geschöpf eines Gesetzes und kann vor dessen Bestehen nichts bedeuten. So sind die natürlichen, unverjährbaren Rechte der französischen Erklärung, die als aller Regierung vorausliegend gelten, nicht bloß irrig, sondern widersinnig, ein Wort auf dem Papier ohne etwas dahinter. Rechte will er, und will sie glühend, doch Rechte, von der Gesetzgebung gemacht und gesichert, verteidigt, weil sie Gutes tun, nicht weil sie alt oder selbstverständlich sind. Sein Spruch, solches Gerede sei Unsinn auf Stelzen, ist Verachtung für die Metaphysik, nicht für den Schutz; diesen würde er auf der Nützlichkeit errichten, wo er sich verteidigen und, wo schlecht, reformieren lässt.
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Ins Gespräch kommen
- Jemand beharrt darauf, Rechte zu haben, die keine Regierung je nehmen könnte; was hält er nach deiner Auffassung wirklich in Händen, wenn er das sagt?
- Wenn jedes Recht nur das Geschöpf eines Gesetzes ist, lässt das den Bürger nicht wehrlos, sobald eine Regierung ihm die Rechte per Gesetz wieder nimmt?
- Wie trennst du ein Recht, das der Verteidigung wert ist, von jener natürlichen, unverjährbaren Sorte, die du Unsinn auf Stelzen nennst?
- Um Rechte aufzugeben, die aller Regierung vorausliegen, welchen Trost muss man preisgeben, wenn man einem ungerechten Staat gegenübersteht?