Der Staatsmann, die Verfassung und die Menge
Was schuldet ein Mensch der Öffentlichkeit, die er regiert, und was muss er ihr verweigern? Philon von Alexandria liest Josephs Geschichte als Handbuch der Staatskunst, die Versuchungen inbegriffen.
Josephs Hirtendienst mit siebzehn ist Schule des Königtums, denn eine Herde zu führen und Menschen zu führen ist dieselbe Kunst. Sein bunter Rock ist die Verfassung, ein Ding von vielen Farben, das sich mit den Umständen wandeln muss. Der Staatsmann ist ein Zusatz zur Natur, wie die Gesetze einzelner Städte Zusätze zu dem einen Gesetz der Natur sind. Und als Joseph verkauft wird, sieht Philon den Demagogen: Die Menge sagt dem erfahrenen Staatsmann wie eine zügellose Frau, er solle sein eigenes Wesen vergessen und tun, was ihr gefällt, und wer die Rednerbühne besteigt, um ihr zu gefallen, wird ihr Sklave.
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Ins Gespräch kommen
- Joseph wird verkauft, und Sie sehen darin den Demagogen, der die Rednerbühne besteigt, um der Menge zu gefallen, und so ihr Sklave wird. Warum ist das Sklaverei?
- Jemand geht in die Politik und will bleiben, wer er ist. Wie widersteht er einer Menge, die ihm sagt, er solle sich selbst vergessen?
- Josephs vielfarbiger Rock steht bei Ihnen für eine Verfassung, die ihre Farben mit den Umständen wechseln muss. Was hält einen Staatsmann davon ab, bloßer Opportunist zu sein?
- Wo endet der Politiker, der dem Volk zuhört, und wo beginnt der Demagoge, der sich ihm verkauft hat?
- Joseph verbringt seine Jugend als Hirte, eine Schule des Herrschens. Was lehrt das Hüten einer Herde, das keine Politikschule lehren kann?