Ein Schöpfer, ein Plan, ein Gesetz für Welt und Stadt
Warum beginnt ein Gesetzbuch mit der Erschaffung der Welt? Weil, so Philon, Gesetz und Kosmos aus einem Geist stammen und wer das eine hält, im Einklang mit dem anderen lebt.
Philon von Alexandria liest die sechs Tage der Genesis mit Platons Timaios in der Hand. Gott entwirft die Welt zuerst als Plan, so wie ein Baumeister eine ganze Stadt im Kopf trägt, und dieser Plan hat seinen Sitz in der göttlichen Vernunft; danach wird die sichtbare Welt nach ihm gebaut. Die Tage bezeichnen eine Rangordnung, keine Arbeitswoche, und die Sieben, die Zahl des Sabbats, fasst diese Ordnung zusammen. Am Schluss stehen fünf Lehren, jede gegen einen Gegner gerichtet, vom Gottesleugner bis zu dem, der bestreitet, dass Gott für sein Werk sorgt.
- Schöpfung
- Kosmologie
- Intelligible Welt
- Archetypen
- göttliche Vernunft
- Zahlensymbolik
- Ordnung
- Kosmos
- Vorsehung
- Zeit
Ins Gespräch kommen
- Ein Baumeister entwirft die ganze Stadt zuerst im Kopf, bevor ein Stein gesetzt wird. Ist das Ihr Bild von Gottes Schöpfung, erst der Plan, dann die Welt?
- In Platons Timaios formt ein göttlicher Handwerker die Welt nach einem Urbild. Haben Sie Mose damit nicht zu einem griechischen Philosophen gemacht, der er nie war?
- Jemand blickt in den Nachthimmel und spürt nur, wie klein und zufällig er ist – was hat Ihre Lesart der Genesis ihm zu bieten?
- Die Genesis kennt Licht am ersten Tag, lange vor Sonne und Mond. Was für ein Licht war das nach Ihrer Deutung?
- Der Sabbat wirkt wie der Brauch eines einzelnen Volkes, doch Sie nennen den siebten Tag ein Fest der ganzen Erde. Was macht einen Tag zu einem für alle?