Gerechtigkeit und politische Einigung
Kann eine Regierung Sicherheit für sich beanspruchen, während sie ein überkommenes Unrecht aufrechterhält? Von der Antwort hängt ab, ob Irland auf gesetzlichem Weg Reformen erhält oder in die Revolution getrieben wird.
In diesem Brief von 1793 misst Burke die protestantische Vorherrschaft am politischen Urteil, nicht an ererbter Autorität. Eine Herrschaft, die ihre Macht sichert, indem sie Freiheit, Recht und Eigentum verweigert, beschädigt die eigene Souveränität: Unrecht macht aus dem Regieren eine Provokation und erschwert eben die Sicherheit, die es herstellen soll. Er wendet sich gegen die Torheit, Irland allein als Problem des Zwangs zu behandeln, und verlangt eine Politik, die mit Geschichte, Sittlichkeit und den Gefahren schlechter Herrschaft rechnet. Stabilität verlangt Gerechtigkeit.
- Revolution
- Freiheitsrecht
- Eigentumsrechte
- Politische Legitimität
- Religionsetablierung
- Kollektivstrafe
- Konstitutionalismus
- Herrschaft
- Euphemismus
- Gerechtigkeit
- Politische Exklusion
- politische Rhetorik
- religiöse Verfolgung
- Sektierertum
- Nächstenliebe
Ins Gespräch kommen
- Wenn eine Regierung Ordnung wahrt, indem sie einem Volk die Gleichberechtigung verweigert, was verlangt politische Klugheit von einem?
- Wenn Sicherheit von der protestantischen Vorherrschaft abhängt, warum sollte man diese Ordnung bewahren, statt sie zu reformieren?
- Welches Risiko sollte eine herrschende Klasse eingehen, bevor ihr Anspruch, Irland zu regieren, zu bloßer Selbstbehauptung wird?
- Wie lässt sich umsichtiger Widerstand gegen eine Revolution von der Verteidigung fest verankerter Macht trennen?
- Verdient politischer Realismus noch den Namen der Klugheit, wenn er die Ungerechtigkeit unangetastet lässt?