Der unabhängige Abgeordnete
Soll ein Abgeordneter den unmittelbaren Weisungen der Wähler folgen oder im Interesse der Allgemeinheit nach eigenem Urteil handeln? Die Antwort entscheidet darüber, ob das Parlament der Korruption widerstehen und Gerechtigkeit anstreben kann.
In Bristol antwortete Burke 1780 den Wählern, die ihren Abgeordneten an örtliche Weisungen binden wollten. Ein Abgeordneter schulde dem ganzen Königreich sein Urteil, nicht eine Stimme, die sich Wähler mechanisch mieten: Repräsentation verlange eigenes Handeln, und die Rechenschaft ruhe auf dem öffentlichen Vertrauen, das dem Parlament entgegengebracht wird. Diese Verteidigung stellte sich der Korruption und dem Einfluss der Exekutive, ohne die Macht sich selbst rechtfertigen zu lassen. Verschwindet das Urteil, wird aus der gesetzgebenden Versammlung eine Ansammlung konkurrierender Mandate und keine Einrichtung, die Gerechtigkeit sichern kann.
- Gerechtigkeit
- religiöse Duldung
- politische Repräsentation
- politische Klugheit
- Volksmeinung
- religiöse Verfolgung
- Verfolgung
- Duldung
- Konstitutionalismus
- Politische Rechenschaftspflicht
- Politische Integrität
- Politische Urteilskraft
Ins Gespräch kommen
- Wenn das Urteil eines Vertreters mit den unmittelbaren Wünschen seiner Wähler kollidiert, was verlangt verantwortungsvolle Amtsführung?
- Ein Mandat kann demokratischer wirken als ein unabhängiges Urteil – warum sollte ein Vertreter sich ihm widersetzen?
- Welchen Verlust muss ein Vertreter riskieren, bevor politische Unabhängigkeit zur Pflicht und nicht bloß zu persönlichem Trotz wird?
- Wie kann ein Wähler prinzipiengeleitete Unabhängigkeit vom Verrat eines Vertreters an den Menschen unterscheiden, die ihn gewählt haben?