Einen Handel beenden, indem man ihn unrentabel macht
Lässt sich ein Verkehr dadurch beenden, dass man ihn regelt statt verbietet? Der Entwurf lizenziert die Schiffe, schreibt vor, wie die afrikanische Küste befahren werden darf, ordnet den Verlauf der Überfahrt und will jede Stufe so überwacht und so teuer machen, dass der Handel sich nicht mehr rechnet.
Die Abschaffung mit einem Schlag war im Unterhaus gerade durchgekommen und von einem gradualistischen Zusatzantrag Dundas' entkräftet worden — der Grund, warum die Schiffe noch fünfzehn Jahre fuhren. Das Papier im Umschlag geht den anderen Weg und sucht dasselbe Ziel auf dem Verwaltungsweg: Zulassung für die Reeder, Regeln für die Küste, Bedingungen auf der Überfahrt, Kontrolle am anderen Ende. Seither lesen Historiker den Entwurf in beide Richtungen — als den ausführlichsten Abschaffungsplan, der bis dahin in Britannien geschrieben worden war, oder als Arbeitsplan für eine rechtmäßige, geordnete, beaufsichtigte Sklaverei.
- Sklaverei
- Regulierung
- Seeverkehrsregelung
- Seerecht
- Abschaffung
- Gradualismus
- Durchsetzung
- Verwaltungsrecht
- Kolonialverwaltung
- institutionelle Gestaltung
Ins Gespräch kommen
- Dundas' Gradualismus hielt die Schiffe fünfzehn Jahre länger in Fahrt. Warum ist es etwas anderes, den Handel zu Tode zu regeln, als ihn schrittweise abzuschaffen?
- Ein Unrecht schnell zu beenden und es sicher zu beenden, sind nicht unbedingt derselbe Weg. Wonach soll ein Mensch dann entscheiden?
- Einen Verkehr unrentabel zu machen, verlangt Lizenzen, Inspektoren, Beamte: einen Apparat, der ihn überlebt. Was kostet es, ein Unrecht auf dem Verwaltungsweg zu beenden?
- Wo verläuft die Grenze zwischen einem Plan, der den Sklavenhandel erwürgen soll, und einem, der ihn bloß ordentlich genug macht, um ihn zu verteidigen?
- Was sagen Sie jemandem, dem eine Reform angeboten wird, die die Zustände verbessert und zugleich genau das ins Gesetz schreibt, was er abgeschafft sehen will?