Ein Zeugnis, das sich nicht abtun lässt
Wer muss etwas sagen, damit man es glaubt? Nicht Burke, und das ist sein eigenes Urteil: Was ein englischer Gegner über die Revolution berichtet, lässt sich als Gehässigkeit abtun, also überlässt er den Fall einem Republikaner, der die Sache mitgemacht hat.
Alles, was seit 1790 von englischer Seite über Frankreich erschien, trug denselben Makel: ein Ausländer, ein Feind, ein Mann, der nie den Kanal überquert hatte. An Brissot haftete nichts davon. Gründer der französischen Gesellschaft gegen den Sklavenhandel, Republikaner, Führer der Partei, die regiert hatte — er schrieb seine Verteidigung unter dem Todesurteil und ging am 31. Oktober 1793 mit den übrigen Girondisten unter die Guillotine. Burke liefert das Vorwort, verzichtet auf Schadenfreude und tritt zur Seite. Die Wahl des Zeugen ist das ganze Argument; der Einleitende bleibt mit Absicht die kleinere Figur auf der Seite.
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Ins Gespräch kommen
- Sie nennen den Republikaner Brissot einen Zeugen „über jeden Einwand erhaben“, sagen aber, Ehrgeiz habe ihn die Verbrechen seiner eigenen Partei schildern lassen. Kann solches Zeugnis gelten?
- Was einem Autor gegen seine eigene Sache entschlüpft, wiegt am schwersten. Warum sollte zählen, was ein Zeuge preisgibt, mehr als das, was er vorträgt?
- Brissots öffentliche Ansprache klang anständig, doch ein Privatbrief forderte, „die vier Ecken Europas in Brand zu setzen“. Was zeigt diese Kluft?
- Wer den Jakobinismus, die Lehre der Revolution, nicht fürchtet, liebt ihn, Neutralität gebe es nicht. Ist das ein Argument oder nur die Forderung, Partei zu ergreifen?